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Vom Fällen eines Stammbaums
von Martin Piekar
Der Autor, der Titel implizioert es schon, macht sich auf die Suche nach seinen Wurzeln, beschreibt sein Leben in zwei Welten. Er wurde 1990 geboren, seine Mutter war eine aus Polen Geflüchtete, sein Vater Gastarbeiter.
Der Roman ist ein Coming-off-Age Roman, im Mitelpunkt eine schwierige, aber auch innige Verbindung zwischen einem Sohn und seiner Mutter auch im Kontext der Zerissenheit zwischen dem Herkunftsland Polen und der gewählten Heimat Deutschland. Der Autor wurde 1990 in Deutschland geboren, in Bad Soden am Taunus. Seine Eltern kamen aus Polen. Er schrieb auch schon als Jugendlicher Gedichte, die Sprache war für ihn immer ein Ventil.
Der vorliegende Roman ist sein Romandebüt, zuvor veröffentlichte er aber schon Gedichtbände. 2023 fand Martin Piekar mit einem Auszug aus seinem jetzt veröffentlichten Roman beim Bachmann-Preis in Klagenfurt begeistertes Echo; er wurde mit dem Robert-Gernhardt-Preis 2024 ausgezeichnet und war 2025 für den Alfred-Döblin-Preis nominiert.
Verlagsbeschreibung, Inhalt:
Zwischen Fürsorge und Abgrund: eine deutsch-polnische Familiengeschichte, die unter die Haut geht
Marcin wächst auf in prekären Verhältnissen: Seine Mutter floh in den 1980ern aus Polen nach Deutschland, um ihn, ihr zweites Kind, hier großzuziehen. Sie arbeitet hart als Altenpflegerin, sie trinkt zu viel, und irgendwann sieht sie in ihrem Sohn nur noch den Antagonisten. Währenddessen versucht Marcin, mit Videospielen, Nu Metal und Gedichten herauszufinden, wer er ist und hier in Deutschland sein kann. In dieser Spannung leben die beiden mit- und gegeneinander.
Erst spät im Leben – die alternde Mutter ist schwer krank, und Marcin pflegt sie – offenbart sich die Familiengeschichte in Gänze: eine Lebenserzählung zwischen Anekdote und Abgrund. Der Krieg ist nicht vorbei. Kein Krieg ist je vorbei.
Erscheinungstermin: 15.05.2026
Rowohlt, gebundene Ausgabe, 464 Seiten, EUR 26.--
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