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Unerwünschte Töchter
von Miriam Carbe
Es gibt auch noch gute Generationen(frauen)romane!
Jenseits der bekannten Schema, die
a. dem Plot folgen: Geschichte einer Familie (beliebt: Unternehmerdynastien. Lindt, Haribo, Dallmeyer, Ritter etc.) im Laufe der Zeit stringend, linear erzählt.
b. in zwei Erzählsträngen die Geschichte einer Frau heute mit der ihrer Mutter, Großmutter, Großtante erzählen, meist verbunden mit einem mysteriösen Erbe, der Aufdeckung eines Famileingeheimnisses etc.
Hier mal etwas anderes: In ihrem Debütroman erzählt Miriam Carbe die Geschichte von drei Frauengenerationen. Die Geschichte beginnt mit der Kindheit der Urgroßmutter Margaret, deren Pubertät und der Suche nach dem richtigen Mann. Dann beginnt der 1. Weltkrieg und die Tochter von Margaret "Marianne" gerät in den Fokus der Erzählung. Die Weimarer Republik, Aufstieg Hitlers, Propaganda, die Männer ziehen in den 2. Weltkrieg, in den Im Mittelpunkt gerät Mariannes Tochter Monika, die Söhne und der Mann müssen in den Krieg ziehen. Nachkriegszeit: keine gute Zeit für Marianne und ihre Familie. Ihre Tochter löst sich von ihr, auch sie bekommt eine Tochter, Miriam. Es ist die Autorin.
Die Frauenfiguren sind starke Charaktere, die vieles gmeinsam haben. Sie haben kein gutes Händchen bei der Wahl ihrer Ehemänner, haben alle dasselbe Laster, schlagen ab und an über die Stränge, sind intelligent, weltoffen und künstlerisch begabt, aber teilweise auch naiv und labil und sie lieben denselben Buchschrank. Gemeinsam ist allen auch, dass sie Tagebuch schreiben. Diese fiktiven Tagebucheinträge begleiten einem beim Lesen und schaffen eine zweite Erzählebene.
Klug erzählt, spannender Frauen- und Familienroman.
Verlagsbeschreibung, Inhalt:
Die Familie eines deutschen Jahrhunderts: Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit. Sie stammen aus dem Bildungsbürgertum Dresdens, die Männer und Väter fallen in den Weltkriegen. Zum schlimmsten Zerwürfnis kommt es nach der Übersiedlung in den Westen, als die hochintelligente, labile Enkelin Monika in den Sechzigerjahren gegen alle Widerstände ein uneheliches schwarzes Kind zur Welt bringen will. Die Autorin selbst ist dieses Kind. Menschlich, eindringlich und mitreißend macht Miriam Carbe ein ganzes Jahrhundert erlebbar. Wer dieses Buch liest, begegnet sich selbst und den eigenen Familiengeschichten. Episch und epochal – ein Meisterwerk.
Hanser Verlag, 576 Seiten, gebunden EUR 26.-
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