 |
Im ersten Licht
von Norbert Gstrein
Es ist die Geschichte eines Dorfes in der Nähe von Salzburg, idyllisch an einem See gelegen, hier haben die Wiener auch noch Anfang des 20. Jahrhunderts ihre Sommerhäuser, oder verbringen Zeit in den anliegenden Hotels. Beklagen den Untergang der östereich-ungarischen Monarchie und trauern um die Gefallenen. Dort ist auch der Hauptprotagonist Adrian, allerdings auf der anderen Seite, als Bediensteter, zu Hause, er kommt aus einem ganz anderen Umfeld, sein Vater ist Postbote und Sozialist.
Der Roman ist in zwei Teile gegliedert. Den ersten Teil habe ich in einem Rutsch gelesen. Es ist die Geschichte kurz nach dem 1. Weltkrieg. Die Ellersche Villa ist Unterkunft für durch den Krieg mit Gesichtsverletzungen gezeichnete junge Männer. Um diese, die Familien und den Hauptprotagonisten Adrian, der in der Ellerschen Villa ein und aus geht, und auch dem wahren Grund der Großzügigkeit der Familie Ellers auf die Spur kommt, rankt sich die Geschichte. Der zweite Teil spielt hauptsächlich in Wien und zur Zeit des Nationalsozialismus.
Der Roman ist für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert - und das nicht ohne Grund!
Verlagsbeschreibung, Inhalt:
Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstreins überwältigender neuer Roman – nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026
Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes Leben zerbrechlich in diesem Roman, der mit einem Axthieb beginnt: Adrians Vater macht ihn als Jugendlichen untauglich für den Ersten Weltkrieg, rettet ihn so vielleicht. Der störrische, zärtliche Mensch, der von da an durch über achtzig Lebensjahre hinkt, ist das Wunder dieses Erzählens. Adrian sieht zweimal seine Welt untergehen, hat zweimal mit jungen Männern zu tun, die weniger Glück hatten als er, und erlebt im Alter die unverhoffte Liebesgeschichte eines Mannes, der zu allem erzogen wurde, bloß nicht zum Lieben. Wie leben im Schatten der Kriege und des Tötens? Mit einem
furchtlosen Blick in die Vergangenheit stellt sich »Im ersten Licht« dieser großen Frage der Gegenwart.
Hanser Verlag, 416 Seiten, EUR 27.--
|