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Das andere Tal

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Das andere Tal


von Scott Alexander Howard

Nach dem "neuen Murakami" brauchte ich etwas Zeit, und Zerstreuung mit Literatur fussend auf dem "realen Leben". Jetzt bin ich wieder aufnahmefähig für magischen Realismus oder fantastische Dystopien, oder wie auch immer man "Das andere Tal" einordnen mag.

Auf jeden Fall fand ich die Idee der Spiegelwelten, die jeweils das Leben der Menschen im Tal zeitversetzt abbilden gut. Geht man nach Westen, erlebt man das identische Tal, Dorf und die Menschen 20, 30, 40 Jahre vorher geht man nach Osten 20, 30, 40 Jahre nachher. Die verschiedenen Zeitebenen können nur in dringenden, meist Trauerfällen verlassen werden, um sich in der Vergangenheit von einem Menschen zu verabschieden, oder in der Zukunft ein Familienmitglied zu sehen, das nach dem eigenen Tod geboren wird. Keinesfalls dürfen die Besucher, die eine andere Zeit besuchen, erkannt werden und selbstverständlich auch nichts tun, was Konsequenzen hätte. Dass es doch passieren kann, bringt Odile, die Besucher aus der Zukunft erkennt, in große Bedrängnis. Steht sie, wenn ein Mensch in ihrem direkten Umfeld betroffen ist, weiter zu den strengen Prinzipien?

Wenn man die Möglichkeit hat, das weitere Schicksal und Leben eines Menschen zu retten, sind dann Taten, die das ganzes System gefährden oder gar zum Einsturz bringen können, gerechtfertigt?

Ein Buch das nachhallt!

Diogenes Verlag, Hardcover Leinen, 464 Seiten, 25.-- EUR
Erscheinungstermin: 20. März 2024

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