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Der Morgenstern

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Der Morgenstern


von Karl Ove Knausgård

zuerst: ich bin keine Freundin der autofiktionalen Reihe von Karl Ove Knausgård. Ich weiß von KundInnen, dass diese einen enormen Sog auszuüben vermag, ich bin diesem nicht verfallen. Trotzdem war ich immer beeindruckt von Sprache und Umfang seiner Werke. So bin ich mit viel Skepsis an diese neue Buchreihe des Autors herangegangen und wurde positiv überrascht. Es hat mich sehr gut unterhalten. Knausgard entwirft mit sehr viel Einfühlungsvermögen und Beobachtungsgabe viele verschiedene Lebensbiografien die nebeneineinader aufgereiht werden. Alle Personen in den Erzählsträngen verbindet eins: sie werden ZeugInnen verwirrender Naturereignisse.

Meine Kritik: 9 nacheinander erzählte und parallel verlaufende Erzählstränge sind ambitioniert. Vor allem, unter der Voraussetzung, dass noch 4 weitere Bände der Geschichte erscheinen. ... oder positiv ausgedrückt: es bleibt spannend.

Mein Fazit: Familien- Gesellschaftsroman mit einer abgeschwächten Prise "Der Schwarm von Frank Schätzing".

Inhalt, Verlagsbeschreibung:

Es ist Sommer in Norwegen. Eigentlich eine beschauliche, sonnengetränkte Zeit. Doch nun scheint etwas aus den Fugen geraten zu sein. Krabben spazieren an Land, Ratten tauchen an überraschenden Stellen auf, eine Katze kommt unter seltsamen Umständen ums Leben. Kurzum: Die Tiere verhalten sich wider ihre Natur. In seinem neuen Roman schildert Karl Ove Knausgård eine Welt, in der die Natur und die Menschen aus dem Gleichgewicht sind, obwohl das Buch eigentlich ganz realistisch vom Leben einiger Menschen, neun an der Zahl, während mehrerer Hochsommertage erzählt, und zwar in deren eigenen Worten. Da ist der Literaturprofessor Arne, der mit seiner Familie die Tage im Sommerhaus verbringt, an sich selbst zweifelt und mit seinem Nachbarn Egil über den Glauben an Gott diskutiert. Da ist die Pastorin Kathrine, die plötzlich merkt, dass sie ihre Ehe als Gefängnis empfindet. Da ist der Journalist Jostein, der auf einer exzessiven Trinktour von den mysteriösen Morden an Mitgliedern einer Death Metal Band hört, während seine Frau Turid in einer psychiatrischen Anstalt als Nachtwache arbeitet. Ihnen allen unerklärlich ist das Auftauchen eines neuen Sterns am Himmel, den auch die Wissenschaft nicht wirklich erklären kann. Ist er der Vorbote von etwas Bösem oder im Gegenteil die Verheißung von etwas Gutem?

Luchterhand, Hardcover mit Schutzumschlag, 896 S., EUR 28.--

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