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Die Schuld der Anderen
von Gila Lustiger
Das Cover sieht düster aus, leider, aber weit gefehlt. Es ist kein Geschichtsepos 2. WK oder ähnliches, sondern ein wirklich richtig guter zeitgeschichtlicher Gesellschaftsroman, ein Roman um einen cold case, den man kaum aus den Händen legen kann. Was plätschernd beginnt entwickelt sich schnell zu einer vielseitigen Geschichte, die ein Journalist Schicht um Schicht zu Tage fördert. Sprachliche Finesse trifft spannende Unterhaltung.
Verlagsbeschreibung, Inhalt:
Zehn Zeilen – mehr hat Marc Rappaport einem 27 Jahre zurückliegenden Prostituiertenmord, der jetzt durch DNA-Abgleich gelöst sein soll, nicht zu widmen gedacht. Und doch will er mehr über die Geschichte der jungen Frau erfahren, die mit 18 aus der Enge ihrer Industriekleinstadt nach Paris floh, um zu studieren, und dort in die Prostitution schlitterte.
Marc Rappaport stößt auf ein Geflecht von Korruption und Vertuschung das bis in die höchsten Kreise der französischen Gesellschaft reicht. Dass die alten Seilschaften nach wie vor aktiv sind, erfährt Rappaport am eigenen Leibe. Ein Schlägertrupp des Abgeordneten Guerin und mutmaßlichen Mörders Emilies soll ihm eine Warnung sein. Aber auch die Rolle von Rappaports innig geliebten Großvater Arnaud Delorme, der als Wirtschaftsboss Zeit seines Lebens zu den Reichen und Mächtigen des Landes zählte, wirft mehr als eine Frage auf.
Was als klassische Ermittlungsgeschichte beginnt, entpuppt sich bald als ein atmosphärisch dichter und mit souveräner Leichtigkeit erzählter Gesellschaftsroman über ein ganzes Land und unsere Gegenwart.
Berlin Verlag, 496 S., Taschenbuch, EUR 15.--
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