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Die Leben der Elena Silber

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Die Leben der Elena Silber


von Alexander Osang

Nominiert für den Deutschen Buchpreis!

Dieses Buch hat mich überraschend gefesselt. Ich bin keine Freundin von Familiengeschichten in turbulenter Vor- und Nachkriegszeit mit Vor- und Rückblenden, verschiedenen Erzählsträngen über die Zeit hinweg mit meist starken Frauenporträts geschrieben für ein bestimmtes Zielpublikum. Doch dieser Roman ist anders.

Es beginnt mit einem Schock 1905 in Russland, der Vater von Jelena der späteren Hauptprotagonistin des Buches, da noch 2 jahre alt, wird wegen antizaristischer Propaganda in den Wirren des Putsches gegen den Zaren hingerichtet. Es folgen Flucht, Entwurzelung, neue Familienkonstellation, wieder Flucht....

Der Erzählstrang der über 100 Jahre später in Berlin spielt, erzählt die Geschichte von Konstantin, dessen Verbindung zu Elena wird zwischen den Zeilen aufgedeckt. Sie war seine Großmutter.
Es ist kein politisches oder historisches Buch, die Personen leben in der Zeit und erleben diese mit ihren Schrecken und dem wenigen an Positivem. Vielleicht ist es deshalb so gelungen, so authentisch, vielleicht auch, weil  die Leser*innen gefordert sind, sich ihre eigene Gedanken über die Verflechtung der Personen in der Zeit zu machen, bleibt doch vieles zwischen den Zeilen.

S. Fischer, 624 S., gebunden EUR 24.-

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