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Krieg ist ein Menschenfresser

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Der Krieg ist ein Menschenfresser


von Elisabeth Zöller


1914 - 1918 Vier Jahre, die Europa erschüttert und die Lebenspläne junger Menschen durchkreuzt.
Leipzig im August 1914. Glockenläuten, Freibier, Tanzmusik. Es herrscht Volksfeststimmung: Der Krieg hat  begonnen! Ferdinand und August können es nciht erwarten , sich an die Front zu melden. Ferdinand überwirft sich mit seinen Eltern, die die allgemeine Euphorie über den Krieg nicht teilen. Sie sind Pazifisten und stehen politisch links. Doch Ferdinand lässt sich anstecken. Mit Schuld daran hat eine unglückliche Liebe. Anni hat scheinbar nur noch Augen für den schönen, aus gutem Haus stammenden, Leutnant Ernst. Also meldet er sich mit seinem Freund August zusammen freiwillig. Doch ein Versprechen nehmen ihm seine Eltern ab: er soll wahrheitsgetreu vom Krieg berichten. Eine Meldertasche vom Nachbar aus dem letzten Krieg, soll ihm als Foto- und Tagebuchversteck dienen.
An der Front folgt der Euphorie sehr schnell die Ernüchterung. Ferdinand und August müssen Verwundete bergen. Der Irrsinn des Krieges ist gegenwärtig und Ferdinand dokumentiert. Dies bringt ihn in große Gefahr, und wird ihm schließlich auch zum Verhängnis. Max, ein Jugendfreund von Ferdinand, nicht so blauäugig wie dieser, wird schließlich auch eingezogen. Er gehört zum Menschenfutter, nach dem die Front immer mehr giert. Aufgerieben, wird auch er verwundet und schwer traumatisiert. Hinzu kommt, dass er des Geheimnisverrats beschuldigt wird. Eine braune Meldertasche spielt dabei eine Rolle.
Sehr deutlich wird, wie die Front der nationalistischen Kriegsbefürwortern, je mehr sie  bröckelt, an Rigorosität zunimmt. Obwohl mmer mehr den Wahnsinn des Krieges begreifen und ihm so schnell wie möglich ein Ende setzten wollen, werden diese als "Vaterlandsverräter" hart angegangen und verfolgt, vor allem dijenigen, die an der Front waren und wahrheitsgemäß berichten. Max, Sophie und ihre Freunde geraten ins Visier der oberen Militärs. Bei einem gemeinsamen Essen, an  dem ein befreundeter Oberst, der hinter den Feldpostbriefen her ist, zu Gast ist,  deutlich, wie diese denken: "Der Pöbel auf der Straße rammt der Front das Messer in den Rücken"... und an Max gerichtet: "Es sind vor allem die eigenen Kameraden, die uns Sorge machen. Das Bild der ungeschlagenen Armee hat untadelig zu sein. Wer sie mit Schmutz bewirft, verdient keine Gnade".

Ein kluges, ein gutes Buch.

Hanser, 288 S., gebunden, EUR 15.90 nur Restex., TB EUR 8,95

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