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Kaputte Suppe

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Kaputte Suppe

 

von Jenny Valentine

Es ist schwer, über dieses Buch zu schreiben, ohne zuviel zu verraten. Reduziert man den Jugendroman auf Anfang und Hauptteil, auf das, was man verraten kann, tut man ihm zwangsläufig unrecht. Wie im Klappentext.

Da sind die beiden Familien, die von Rowan und ihrer Schwester Stroma und die von Bee und ihrem Bruder Sonny. Beide Teenager müssen ihren kleinen Geschwister Schwester und Mutter sein, beide bekommen das auch irgendwie hin, doch dass beide Mädchen noch viel mehr verbindet, entwickelt die Autorin auf geniale Art und Weise.

Ich war am Zögern, zu schreiben, dass es in dem Roman auch um die Trauer um einen toten Jugendlichen geht. Darum, wie eine Familie mit der Lücke weiterleben kann. Vor allem die Kinder, die sich plötzlich damit konfrontiert sehen, die Rolle der Erwachsenen einnehmen zu müssen, obwohl sie noch für ihr eigenes Leben nach Orientierung suchen. Im Schmerz anlehnungsbedürftig wie ein Kind, durch ihr Verantwortungsgefühl und die Solidarität gegenüber der Mutter als Erwachsene agierend, ist Rowan eigentlich eine Jugendliche, die auch mal loslassen möchte, auch eigene Bedürfnisse hat, sich in einen Jungen verliebt... dabei aber jedesmal auch ein schlechtes Gewissen hat.

Aber: Und das ist das Bemerkenswerte an diesem Buch. Die Kinder schlüpfen gezwungenermaßen, vor allem Rowan, in die Rolle der Erwachsenen. Sie sind es die stellvertretend für die Erwachsenen, die sich z.B. wie Rowans Mutter mit Beruhigungsmitteln von der Realität verabschieden, dem Verlust stellen müssen, ohne das Leben und sich selbst zu vergessen.

Die Jugendlichen sind es dann auch, die durch einen Zufall, eine Verwechslung, der Absurdität des Lebens und des Sterbens zwar keinen Sinn entlocken können, wie auch, die aber dennoch eine positive Wende herbeiführen können.

Als "Kaputte Suppe" bezeichnet die kleine Sonny, das Frühstück, das sie so liebevoll für ihre große Schwester zusammengestellt hat, und das leider als bunte Mischung, eben "kaputte Suppe" auf dem Boden landet. Aber "kaputte Suppe" scheint auch die richtige Bezeichnung für das Lebensumfeld der Protagonisten zu sein.

Positiver Entwicklungsroman, traurig und humorvoll, vielschichtig, voller Überraschung und spannend bis zum (positiven) Schluß!

Dicke Empfehlung!

Nominiert für die Carnegie Medal 2009 und den Manchester Book Award 2009. Vielleicht nächstes Jahr für den Kinder- und Jugendliteraturpreis? Dieses Jahr reicht es nicht mehr, das Buch erschien deutschsprachig erst Mai 2010, da waren die Nomnierungen schon gesetzt. Aber ich würde es der Autorin gönnen und dem Buch wünschen.

dtv, Klappenbroschur, 199 S., EUR 12,90 nur noch als TB EUR 8,95

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