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Jenseits der Finsterbach-Brücke

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Jenseits der Finsterbach-Brücke

 

von Antonia Michaelis


Ich freue mich immer wieder, wenn ich lese, dass es Etwas Neues von Antonia Michaelis gibt. Die Autorin ist einfach immer für eine Überraschung gut. Spannende Unterhaltung mit Tiefgang, der aber nicht der Handlung übergestülpt wirkt, sondern Teil derer ist. Das war schon bei dem letzten Titel "Nacht der gefangenen Träume" so, und das ist auch bei dem vorliegenden Werk das ausschlaggebende Kriterium. Der Anfang ist so fesselnd und treibt die Handlung immer skuriller voran, so dass man kurz befürchtet, der Autorin würde die Geschichte entgleiten. Aber genau das ist das Spannende bei diesem Buch. Zum Schluss, ohne zu viel zu verraten, findet sich für Alles dann doch noch eine rationale Erklärung und alle Fäden laufen nachvollziehbar und verständlich zusammen.

Der Junge Lasse, wohnt in einem friedlichen Dorf, eigentlich einer Ansammlung von Höfen, das einen an Bullerbü oder Lönneberga erinnert. Es gibt Kühe, Pferde, Schafe, Hühner...Unterricht findet nur statt, wenn Lasse auch aufnahmefähig ist...  Die heile Welt ist umgeben von einer unüberwindbaren Mauer, was sich dahinter versteckt, darüber spricht man nicht. Doch Etwas bricht in diese friedliche Welt ein. Man findet ein totes Schaf und am Tag darauf entdeckt Lasse ein Loch in der Mauer und die Welt, die auf der anderen Seite existiert. Diese ist aber keine "Parallelwelt" im Fantasysinne, sondern eine real existierende Grubenstadt, dunkel, finster, erinnert an die Frühindustrialisierung und dort findet Lasse auch einen Freund: Joern. Beide geraten zwischen die Fronten der "guten, heilen Welt" und der "harten dunklen Welt". Naturidylle gegen Kohlefördersiedlung. Bald schon stoßen die Jungen auf eine geheimnisvolle Verbindung zwischen ihren Welten und ein dunkles Geheimnis aus Lasses Vergangenheit …

Ein märchenhaft-spannender Schmöker um eine Jungenfreundschaft, die alle Hürden überwindet. Besonders fantasievoll, fesselnd geschrieben!

Oetinger, 352 S., EUR 14,90

weitere Empfehlung: Nacht der gefangenen Träume
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